Am Donnerstag, 27. April 2017 gab es in unserem Vereinslokal einen interessanten Vortrag über das Usher-Syndrom. Frau Brigitte Baumann aus Wien - selbst betroffen - schilderte ihre Erfahrungen damit. Es fanden sich an die 35 Gäste zu diesem Vortrag ein, der von allen aufmerksam verfolgt wurde. Im folgernden hier eine kurze Vorstellung, was das Usher- Syndrom bedeutet: Es ist eine Erbkrankheit, die zwei Sinnesorgane, das Auge und das Ohr betreffen. Man unterscheidet zwischen 3 Typen: Typ 1 (Bezeichung USH1): Bei dieser Form wird der Betroffene gehörlos geboren. Die beginnende Retinopathia Pigmentosa (Usher-Syndrom) kann ab dem 10. Lebensjahr diagnostiziert werden. Manche Betroffene leiden auch unter Gleichgewichtsstörungen. Typ 2 (Bezeichung USH2): In diesem Fall werden die Betroffenen mit einer hochgradig, gleichbleibenden Schwerhörigkeit geboren. Während der Pubertät setzt die Retinopathia Pigmentosa (Usher-Syndrom) ein. Gleichgewichtsprobleme sind bei diesem Typus nicht bekannt und nicht erwiesen. Typ 3 (Bezeichnung USH3): Dieser Subtyp kommt ganz selten vor und wird zumeist auch aufgrund des milden Krankheitsverlaufs oft als solche nicht erkannt. Der Betroffene wird hörend geboren. Der Gehörverlust setzt postpartal (also nach der Geburt) ein und verschlechtert sich auch mit der Zeit. Erst in der zweiten Lebenshälfte setzt die Retinopathia Pigmentosa (Usher- Syndrom) ein.  
Das Usher-Syndrom verengt also das Gesichtsfeld, sodaß der/die Betroffene nicht alles in der Umgebung sehen kann. Nur das vor seinem unmittelbaren Gesichtsfeld. Es wird mit der Zeit immer schlechter und kann - muss aber nicht - zur Erblindung führen. Wenn man mit jemanden, der an einem Usher-Syndrom leidet, gebärdet, soll man darauf achten, stets direkt vor seinem Gesicht zu gebärden und möglichst genau in der Mitte. Alle Gäste folgten gespannt den Ausführungen Frau Baumanns, staunten über eine völlig andere Welt, die sie nicht kannten. Es gab auch ein “Brillen-Spiel”, zu dem Fr. Baumann alle einlud, teilzunehmen. In diesem Spiel konnte man ungefähr so sehen wie ein Usher-Betroffener. Zum Abschluß erklärte Fr. Baumann noch das sogenannte “Lormen” der Taubblinden. Taubblinde können visuell nicht mehr kommunizieren, sie müssen deshalb eine Unterhaltung “fühlen” über das Lormenalphabet. In diesem gibt es festgesetzte Punkte an den Händen, über die sie verstehen können. Dabei ergreifen Taubblinde die Hand des anderen und spüren somit, was dieser sagen möchte. Ein wirklich höchst interessanter Vortrag und jeder im Lokal spendete Frau Baumann danach begeisterten Applaus. Weitere Bilder des Vortrages Ausführliche Infos über das Usher-Syndrom - hier
Vortrag von Brigitte Baumann über das Usher-Syndrom 27. April 2017 – Bericht
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